Kleist LEBEN, SCHREIBEN, VIELLEICHT AUCH STERBEN...

 

Heinrich von Kleist nahm sich vor etwa einem Jahrhundert am Kleinen Wannsee bei Potsdam zusammen mit Henriette Vogel das Leben. Der Dichter mit der unverwechselbaren Sprache, der sich keiner literarischen Epoche direkt zuordnen lässt, ist vor allem durch sein dramatisches Werk lebendig geblieben.

Dem Theaterbesucher sind insbesondere "Der zerbrochenen Krug", "Das Käthchen von Heilbronn " sowie sein letztes Werk, "Der Prinz von Homburg", geläufig. Aber auch sein "Amphitryon" und die "Penthesilea" stellen für jeden Regisseur aufs neue eine Herausforderung dar, auch sie werden auf deutschen Theatern immer wieder inszeniert. Daneben sind auch seine Novellen wie "Die Marquise von O..., "Die Verlobung in St. Domingo" oder "Das Erdbeben in Chili" unvergessen, der "Michael Kohlhaas" ist auch heute noch fester Bestandteil des schulischen Lektürekanons.

Weit weniger ist die Biographie des Autors allgemein bekannt, sieht man einmal von dem spektakulären Selbstmord ab.

Welches Leben liegt hinter Heinrich von Kleist, als er in seinem letzten Brief an seine Schwester Ulrike zu der Einsicht kommt: "Die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war?"

 

Wolfgang Griep hat diese Frage zum Anlass genommen, sich mit Kleists Leben und Werk in einer szenischen Lesung unter dem Titel "Leben. Schreiben. Vielleicht auch Sterben. Das kurze Leben des Heinrich von Kleist" auseinanderzusetzen. In einer erzählenden Textcollage, die sich vor allem an Kleists Briefen orientiert, zeichnet er die verschiedenen Stationen dieses schwierigen Lebens anschaulich nach und die beiden Schauspieler, Franziska Mencz und Christian Kaiser spielen zusätzlich Szenen aus Kleists dramatischen Werken.

 

Entstanden ist hier eine eindrucksvolle, dichte, bewegende Programmfolge, die die Person des Dichters dem Publikum näher bringt, und die zugleich eine Reverenz an die singuläre Leistung seines literarischen Lebenswerks ist.


Es spielen:
Franziska Mencz und Christian Kaiser

Text:
Wolfgang Griep


Infolinks:
http://franziskamencz.de/index.html