Pressestimmen

Scheeßel, 7. 2. 2011

 Dichter ist relevant fürs Abitur

 Eichenschüler erleben eindrückliche szenische Lesung zum kurzen Leben des Heinrich von Kleist

 SCHEESSEL (uhe)

„Den alten Kleist lebendig werden lassen“, das war der Zweck der szenischen Lesung, die Lehrerin Gisela Heyber, Fachschaft Deutsch, für ihre Oberrstufe am Freitagmorgen m Theatersaal der Eichenschule organisiert hatte. Denn der Dichter steht nicht nur für die gesamte Oberstufe im Curriculum, sondern ist auch noch abiturrelevant und feiert seinen 200. Todestag.

 

Dies wiederum war der Grund für die Schauspieler Franziska Mencz und Christian Kaiser, sich bei ihrer nunmehr sechsten szenischen Lesung die Dramen, Briefe und das kurze Leben des deutschen Dichters vorzunehmen. Mit nur wenigen Requisiten – hier eine Schreibfeder, dort zwei Mäntel, entführten sie die gerade von der Schlichtheit der Darstellung gebannten Schüler mit einer Mischung aus Lesung seiner Briefwechsel mit Schwester und Verlobter und einzelnen gespielten Schlüsselszenen aus Werken wie dem „Zerbrochnen Krug“ oder „ Prinz Friedrich von Homburg“ in die Gedankenwelt von Kleist. So wurde etwa aus der schüchternen Verlobten Wilhelmine von Zenge durch Lösen des Zopfes unversehens die kriegerische Amazonenkönigin Penthesilea. In der atmosphärischen Dichte, die die beiden Schauspieler aus der Schmiede der Bremer Shakespeare Company schufen, wurden besonders die Todessehnsucht des sprachgewaltigen Außenseiters Kleist thematisiert, der letztendlich im Freitod endete. Im Anschluss durften die Schüler „Manöverkritik“ üben, handelte es sich doch nicht nur um die früheste Aufführung, die wir je gespielt haben - Respekt, dass Ihr gekommen seid!“ so Christian Kaiser, sondern auch um die Premiere dieser atmosphärisch dichten Aufführung, von der gewiss das ein oder andere hängen bleibt – auch fürs Abi. In den differenzierten Fragen der Jugendlichen kam zum Ausdruck, wie sehr sie diesen neuen Zugang zu ihnen bisher unbekannten Stücken des Lyrikers und Dramatikers und besonders der Schilderung seiner letzten Lebensstunden zu schätzen wussten.